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Übungen für das Hara

Zen Momente im Alltag

„Zengeist ist Anfänger-Geist“ sagte mal ein buddhistischer Meister. Zen lebt im Alltäglichen, im Leben von Moment zu Moment. Wie aber kann sich ein gestresster Großstadtbewohner die Frische des Zen bewahren? Das kann er zum Beispiel, in dem er sich auf seine Füße besinnt. Mit der folgenden Übung kann aus dem nervigen Warten an der roten Ampel oder in der Schlange an der Kasse ein wahrhafter Zen-Moment werden.

1. Erdung

Du gehst mit deiner Wahrnehmung nach unten in die Füße. Du spürst dein Gewicht und die Erde, die dich trägt. Beim Einatmen durch die Nase verlagerst du dein Gewicht leicht nach hinten auf die Fersen. Beim Ausatmen durch den geöffneten Mund verlagerst du dein Gewicht nach vorne auf die Fußballen. Du machst also eine ganz leichte Pendelbewegung, bei der deine Füße immer auf der Erde bleiben. Knie und Becken sind dabei locker und nicht durch gedrückt.
Du kannst jetzt auch dein Hara fühlen und wahrnehmen, wie es sich beim Ausatmen erst nach vorne bewegt. Und dann zurück, wenn du dein Gewicht nach hinten auf die Fersen verlagerst. Deine Augen hältst du weich. Dein Blick ist nicht fokussiert. Die Augen schauen nach innen. So bist du mit dir und hast einen angemessenen Abstand zum aufgeregten Treiben um dich herum. Die Erdung bringt dich in Verbindung mit deinem Körper und deiner Kraft. Sie holt dich zurück in das Jetzt und in deine Mitte. Jetzt kann es um dich herum hupen und laut sein. Du bleibst ganz ruhig in deinem Zentrum und bewegst dich mit dem Atem. Wenn Spannung in deinem Körper ist, kannst du sie durch die Füße in die Erde ableiten.
Ganz nebenbei bekommst du so auch eine andere Einstellung zum Warten. Du nutzt die Zeit für diesen kleinen Zen-Moment. Das stellt auch deinen Verstand zufrieden. Der kann nun sagen: Ich tue etwas Sinnvolles, während ich warte.

2. Schlechte Energie ableiten

Im Alltag sind wir immer wieder mit den Launen unserer Umgebung konfrontiert. Wenn zum Beispiel unser Chef versucht, uns unter Druck zu setzen, können wir nicht einfach sagen: „Nein, mache ich nicht!“ Wir müssen eine elegantere Form finden und dazu kann uns diese Übung helfen.
Wie reagieren wir, wenn wir angegriffen werden? Unser Körper kennt drei instinktive Reaktionen: Kämpfen, Flüchten oder Einfrieren. Das eine ist so wenig elegant wie das andere. Die asiatische Kampfkunst des Aikido eröffnet uns eine andere Möglichkeit: Die Energie des Angriffs wird aufgenommen und in eine für uns ungefährliche Richtung weiter geleitet.
Der erste Schritt ist das Wahrnehmen. Du nimmst die Wut deines Gegenübers wahr. Du blockst sie nicht ab. Du nimmst sie in dich auf und atmest sie in die Erde aus. Lass dich dabei von der Vorstellung leiten, dass die negative Energie an deiner Aura abperlt wie Wasser an einer Lotusblüte. Gegenwärtig gibt es ja Lotusfarbe für Badzimmer. Die ist so gemacht, dass das Wasser und der Schmutz abperlt und keine Flecken oder Kalkspuren zurückbleiben. Wenn wir uns nun vorstellen, dass wir die Energie in die Erde abfließen lassen, dann ist unsere Aura wie diese Lotusfarbe. Mit dem Ausatmen geben wir die Energie unseres Angreifers in die Erde ab. Damit das gelingt, müssen wir geerdet sein und unsere Gelenke im Körper flüssig halten. Die Erdungsübung ist daher eine sehr gute Vorübung, um auch hier – unter Druck – in unserer Mitte zu bleiben. Je öfter man sie übt, desto selbstverständlicher wird sie.
Ich mache die Übung immer, wenn ich merke, mein Gegenüber respektiert meine Grenzen nicht oder will mich manipulieren. Früher bin ich da energetisch weg gekippt. Heute atme ich in meine Füße und nehme mir die Zeit, die ich brauche, um wieder in meine Mitte zu kommen.

Wie großartig die Energie-Ableitung funktionieren kann, sieht man auf den Videos von Morihei Ueshiba. Das ist der Mann, der das Aikido entwickelt hat. In den Filmen sieht man ihn als alten Mann, der die jungen, kräftigen Burschen, die ihn angreifen, durch die Luft wirbeln lässt. Er wirkt dabei wie eine weiße Säule von Energie, die sich die Kraft des Gegners zunutze macht. (zu sehen auf: youtube). Für so eine Meisterschaft muss man natürlich sein Leben lang üben. Wenn wir jedoch das tägliche Erden zum Teil unseres Alltags machen, werden wir schon sehr bald Fortschritte verspüren.


Übung: Die Lebensgeister wecken

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Ständig sind wir umgeben von unendlich viel Lebensenergie, von Lebenskraft.
Die Inder nennen es Prana, die Chinesen Chi, die Japaner Ki. Dieses Elixier des Lebens durchfließt und durchströmt alles, denn es ist die Substanz, aus dem der Kosmos besteht.

Der Mensch kann sich aber auch der Lebensenergie verschließen, was meist unbewusst geschieht, durch Spannungsmuster in Verstand und Körper. Er hat aber auch die Möglichkeit, sich dieser heilenden Energie bewusst zu öffnen und sie einzuladen.

Folgende Übung öffnet dich, die Kraft von Himmel und Erde aufzunehmen. Es ist eine Übung aus der Hara Awareness Arbeit, um den Körper vorzubereiten und zu öffnen.
Wichtig ist es, dies in Maßen zu tun, Stück für Stück, so dass es sich langsam in dein Leben integrieren kann. Beginne mit fünf Minuten pro Phase oder auch weniger - vielleicht reicht am Anfang sogar eine Minute. Lass es wirken. Dann kannst du die einzelnen Phasen bis auf zehn Minuten ausdehnen.

Erste Phase (5 Minuten)

Lass den Körper sanft schwingen, so wie ein Blatt, dass vom Wind bewegt wird. Lass dabei die Gelenke weich werden. Fühle das Element Wasser in dir. Dein Körper besteht zu 80% aus Wasser. Spüre, wie sanfte Wellen den Körper bewegen. Auch die Gelenke werden weich.

 

Zweite Phase (5 Minuten)

Stelle die Füße parallel zueinander auf den Boden, dabei die Außenseite der Füße parallel zueinander. Die großen Zehen zeigen etwas nach innen. Beim Einatmen hebt sich der Körper in Richtung Himmel und die Erdenergie steigt von der Erde zum Himmel hoch. Atme sie durch die Beine ein bis zum Becken, hoch bis zu deinem Hara. Atme frische Erdenergie ein. Lade sie ein, indem du bewusst wahrnimmst, wie sie durch die Beine hochströmt. Deine Vorstellungskraft ist ein positiver Motor, der den Energiestrom verstärkt. Atme alles Alte und Verbrauchte bewusst aus und lass es in die Erde abfließen. Beim Ausatmen öffne deine Knie und dein Becken und sinke langsam etwas nach unten. Der Körper steigt mit dem Einatmen und sinkt mit dem Ausatmen.

 

Dritte Phase (5 Minuten)

Hebe die Arme und öffne dich für die Himmelsenergie. Atme sie durch die Hände ein. Lasse den Körper dabei weich und flüssig sein. Erlaub ihm sich spontan zu bewegen. Spüre die Verbindung zur Erde und lade auch die Verbindung zum Himmel ein. Öffne beim Ausatmen Mund und Kehle und gebe dem Ton „Ahhh“ Raum. Dieser Ton öffnet und reinigt die Energiekanäle des Körpers und putzt sie durch. Er erlaubt dir, dich für die Lebensenergie von Himmel und Erde zu öffnen und sie aufzunehmen.

 

Vierte Phase (5 Minuten)

Halte dein Hara. Spüre in den Körper hinein. Fühle die Verbindung zur Erdkraft durch die Füße und zentriere dich dabei in dein Hara. Fünfte Phase (5 Minuten) Diese Phase ist zusätzlich, - je nach deinem eigenem Bedürfnis. Lege dich auf den Rücken. Spüre die Erde, wie sie dich trägt. Öffne die Handinnenflächen zum Himmel und empfange ihn.



Fünfte Phase (5 Minuten)

Diese Phase ist zusätzlich, - je nach dei- nem eigenem Bedürfnis. Lege dich auf den Rücken. Spüre die Erde, wie sich dich trägt. Öffne die Handinnenfläch«en

 

 

 

Eine weitere Übung für das Hara ist die kleine Bauchmassage für zwischendurch